Was nützt uns der beste Biodünger, wenn wir nicht mehr teilen können?
Immer mehr Gärtner entdecken, dass ein Miteinander im Garten oft besser funktioniert als der Kampf gegen alles, was dort lebt.
Ein gesunder Garten ist ein kleines Ökosystem. Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und sogar vermeintliche Schädlinge erfüllen darin ihre Aufgabe.
Schnecken im Garten – Feind oder Helfer?
Ja, ich füttere tatsächlich meine Schnecken.
Meine Erfahrung ist: Schnecken gehen erst an das Gemüse, wenn am Boden nichts mehr zu finden ist. Liegt genügend organisches Material herum – Frische Blätter, gammliges Gemüse oder Blütenblätter – bedienen sie sich zuerst dort. Man kann auch ein paar Opferpflanzen für sie lassen zum Beispiel Brokkoli der spargelt und auseinander wächst. Die Blätter vom Kohlrabi mögen sie besonders und einmal durchgekaut und wieder ausgesc…sen ist noch die beste Kompostierung die man bekommen kann.
Natürlich sammle ich ab und zu einige ein, wenn es zu viele werden, und bringe sie in den Wald. Aber ein gewisses Gleichgewicht lasse ich bewusst zu. Im ersten Jahr war das noch schwierig, weil meinem Garten noch die biologische Vielfalt fehlte.
Mittlerweile leben bei mir:
- braune Nacktschnecken
- schwarze Nacktschnecken
- getigerte Nacktschnecken
- viele Gehäuseschnecken
Ein spannender Effekt: Einige Arten regulieren sich gegenseitig. Dadurch entsteht ein natürliches Gleichgewicht.
Mulchen – Der natürliche Schutz der Natur
Damit meine Pflanzen immer einen kleinen Vorteil haben, arbeite ich viel mit Mulch. Das erleichtert meine Gartenarbeit ungemein, da ich viel weniger so genanntes Unkraut beseitigen muss und mir das bodenschädliche Umgraben sparen kann.
Ich verwende zum Beispiel:
- Stroh – nicht nur für Erdbeeren gut und hält Schnecken im Zaum
- Rasenschnitt – dick genug auftragen, dann wächst auch nichts mehr durch
- Heckenschnitt – Gerade bei Kürbis und Zucchini gut zu empfehlen.
- Laub – Prima Winterdecke, bietet Schutz für viele Insekten
- Pflanzenreste – hervorragend als Futter, hält die Pflanzenfresser am Boden
Mulch hat mehrere Vorteile:
- hält die Feuchtigkeit im Boden
- unterdrückt Unkrautwachstum
- schützt den Boden vor Erosion
- beherbergt Käfer und Asseln
- versorgt das Bodenleben mit Nahrung
Je mehr organisches Material auf dem Boden liegt, desto gesünder wird der Boden.
Living Soil – Die Idee eines lebendigen Bodens
Das Konzept des Living Soil wurde stark durch die Bodenbiologin
Elaine Ingham geprägt.
Die Grundidee ist einfach:
Nicht die Pflanze düngen – sondern den Boden.
Nach meinem Verständnis bedeutet das, dass alles was mein Garten hergibt im Garten bleibt und das alle Viecher ihren Platz hier finden.
Ein lebendiger Boden enthält unzählige Mikroorganismen:
- Bakterien
- Pilze
- Protozoen
- Nematoden
- Regenwürmer
- Insekten und Kleinstlebewesen
Diese Organismen zersetzen organisches Material und verwandeln es in pflanzen verfügbare Nährstoffe.
Die Pflanze nimmt dann genau das auf, was sie gerade benötigt.
Bodenleben – Der wichtigste Helfer im Garten
In meinen Beeten entwickelt sich mittlerweile ein beeindruckendes Bodenleben.
Neben Regenwürmern finde ich unzählige:
- Käfer
- Asseln
- und viele weitere kleine Helfer
All diese Tiere verwandeln Pflanzenreste in wertvollen Humus.
Ihre Hinterlassenschaften sind im Grunde der beste Dünger, den es gibt.
Der Herbst – Vorbereitung für fruchtbaren Boden
Wenn ich meine Beete im Herbst abgeerntet habe, lege ich noch einmal ordentlich Material nach.
Alles, was mein Garten hergibt, kommt auf die Beete:
- Rasenschnitt
- Heckenschnitt
- Laub
- Pflanzenreste
- Baumschnitt
Diese Schicht bietet:
- Schutz für den Boden
- Winterquartiere für viele Tiere
- Nahrung für Mikroorganismen
Wenn ich im Frühjahr den Mulch zur Seite schiebe, ist mein Boden:
- locker
- dunkel
- voller Leben
- weich wie Butter
So fühlt sich ein gesunder Boden an.
Natürlich gärtnern bedeutet mit der Natur arbeiten
Heute versuche ich nicht mehr, alles im Garten zu kontrollieren.
Stattdessen beobachte ich die natürlichen Prozesse und unterstütze sie. Ich sehe lediglich zu, dass ich den Pflanzen die ich ernten will Vorteile verschaffe.
Das Living-Soil-Prinzip zeigt:
Ein gesunder Garten entsteht nicht durch Chemie oder Kunstdünger, sondern durch ein funktionierendes Ökosystem.
Livingsoil ist ein sehr umfangreiches Thema
Genau wie jede andere Art des Gärtnerns gibt es viele Tricks und Kniffe wie man seine Ziele im Naturnahen Biogarten erreicht. Ich werde fleißig meine Erkenntnisse die ich sammel, im Garten anwenden und alles was mir Erfolg beschert hat teilen.
Erst einmal muss man sich dazu durchringen alles etwas anders zu machen wie in den meisten Gartenbüchern propagiert wird. Ich hoffe ich habe dir mit diesem Beitrag schon mal eine Idee gegeben, wie es auch anders sein könnte.
Liebe Grüße
Euer Hubi

